Universitätshautklinik Kiel Universitätshautklinik Kiel Universitätshautklinik Kiel


Sie befinden sich hier: Forschung > Moulagensammlung

Moulagen-Sammlung



gesicht2.gif

Die Moulagensammlung

der Universitätshautklinik Kiel

Projektleiter:  Prof. Dr. med. Michael Sticherling

Fotografien: Heidi Pönicke

Idee Planung und Durchführung der Internetausstellung: Claas Ulrich

Wissenschaftliche Ausarbeitung und Texte:   aus der Inauguraldissertation von

Dr. Ute Euler, Kiel 2000

Moulagen sind naturgetreue, dreidimensionale Wachsmodelle pathologisch veränderter Körperregionen, die ab Mitte des letzten Jahrhunderts in verschiedenen europäischen Hautkliniken zur Befunddokumentation und als Lehrmittel eingesetzt wurden. Die Kieler Moulagensammlung umfaßte in ihrer Entstehungszeit von 1906 bis 1937 insgesamt etwa 1000 Moulagen, von denen heute noch 455 erhalten sind. Die Gründung der Sammlung geht auf Prof. Viktor Klingmüller zurück, der von 1906 bis 1937 Direktor der Hautklinik war. Während seiner Ausbildung bei Prof. Neisser an der Universitäts- Hautklinik in Breslau lernte Klingmüller dessen Moulagensammlung und den Moulageur Alfons Kröner kennen. Bei seinem Wechsel nach Kiel nahm Klingmüller nach Kauf oder als Schenkung zahlreiche Moulagen Kröners mit und vergrößerte die Sammlung durch hauseigene Produktion und durch Ankauf von Moulagen externer Moulageure in den folgenden Jahren ständig. Im Jahr 1921 umfaßte die Kieler Moulagensammlung mehrere hundert Moulagen.

Diese Internet-Ausstellung von Teilen unserer Sammlung ist in Vorbereitung und wird in Kürze an dieser Stelle veröffentlicht.

 

moulag4.jpg

Als externe Moulageure arbeiteten Alfons Kröner, Fritz Kolbow, Sergej Fiwejski, W. Beck und H.E. Becher für die Kieler Sammlung. Als lokale Moulageure steuerten Olga Harloff, Ernst Saalborn und Detlef Klein Moulagen der Sammlung bei, die in ihrer Qualität dem Vergleich mit Wachsmodellen bekannter Moulageure durchaus standhalten. Während die Moulagen auswärtiger Moulageure als Duplikate zum Teil in mehreren Sammlungen vor-handen sind, können die Moulagen der lokalen Moulageure in Kiel als Unikate angesehen werden.

Der Breslauer Moulageur Kröner prägt mit seinen 354 noch verbliebenen Moulagen die Kieler Sammlung und übertrifft damit den Umfang der derzeitigen Sammlung in Breslau. In dieser Arbeit konnte erstmalig gezeigt werden, daß Alfons Kröner, der die meisten Moulagen für Kiel fertigte, sich seine Moulagenkunst im Jahr 1902 patentieren ließ, was zur dama-ligen Zeit einzigartig war, da die meisten Moulageure ihre Technik streng unter Verschluß hielten. Seine im Patent beschriebene Untermaltechnik hat sich jedoch offensichtlich neben zahlreichen individuellen Vorgehensweisen anderer Moulageure nicht durchsetzten können. Die große Anzahl seiner Moulagen und die noch hervorragenden Qualität vieler Wachsmodelle macht die Kieler Sammlung auf ihre Weise einzigartig.

Nach Klingmüllers Emeritierung im Jahr 1937 wurde die Sammlung nicht weiter vergrößert. Große Teile der Sammlung sowie dazugehörige Unterlagen gingen durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg verloren, womit sie dieses Schicksal mit vielen Moulagensammlungen anderer Kliniken in Europa teilte. Erst 1975 wurden die verbliebenen Reste der Sammlung im Hörsaalrundgang ausgestellt, wo sie bis heute öffentlich zugänglich sind. Die Moulagen dienen nicht nur Studenten und Ärzten als Anschauungsmodelle, sondern zeigen sich auch heute noch auf eindrucksvolle Weise als stumme Zeugen der Vergangenheit.

moulag5.jpg moulag6.jpg

Die Kieler Sammlung spiegelt auch in ihrem heute noch erhaltenen Umfang das gesamte Spektrum der Dermatologie wider. Die meisten Exponate sind im Vergleich zu denen anderer Sammlungen außergewöhnlich gut erhalten. Durch ihre Dreidimensionalität und ihre Wirk-lichkeitsnähe haben sie bis heute nichts an Ausdrucksstä¤rke verloren. Durch umfangreiches Dokumentenstudium und Recherche konnte die Geschichte der Kieler Sammlung aufgearbeitet werden. Eine Reise mit Besichtigungen der Moulagensammlungen in Breslau, Dresden, Wien, Zürich, Freiburg und Paris ermöglichte einen Vergleich der Kieler Moulagensammlung mit anderen Sammlungen und ihre Einordnung innerhalb Europas. Als gut erhaltenes Beispiel für zahlreiche Sammlungen hält sie nicht nur dem Vergleich mit bedeutenden Sammlungen in Europa stand, sondern sie stellt auch in ihrer Gesamtheit eine medizinhistorisch sehr wertvolle Sammlung dar, die es zu erhalten gilt.

moulag7.jpg moulag8.jpg
moulag9.jpg moulag10.jpg

moulag11.jpg

moulag12.jpg

moulag13.jpg

HerpesZoster.jpg

Herpes Zoster

moulag14.jpg

moulag15.jpg
moulag16.jpg moulag17.jpg
moulag18.jpg moulag19.jpg
moulag20.jpg

Aus der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie

(Direktor: Prof. Dr. med. Thomas Schwarz)

an der Christian- Albrechts- Universität zu Kiel

[weiter] 


Aktuelles:

 

Dermatologie Vorlesung und Praktikum Sommer 2016

Die Verteilungslisten für das Praktikum sind ab 4. April auf der Website sowie im OLAT verfügbar. 


Dermatologie für Zahnmediziner Sommer 2016

Die Vorlesung beginnt am 05.04.2016 um 10:00h im Hörsaal der Hautklinik. 


Regulation von Botenstoffen der Entzündung

Kieler Team des Exzellenzclusters Entzündungsforschung deckt grundlegend neuen Mechanismus au. [mehr]


Prof. Fölster-Holst neue Präsidentin der ESPD

Professorin Dr. med. Regina Fölster-Holst, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Medizinische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, ist neue Präsidentin der Europäischen Gesellschaft für Kinderdermatologie (European Society for Pediatric Dermatology, ESPD). [mehr]


Strategien gegen multiresistenten Keim

Das Bakterium Acinetobacter baumannii kann gegen alle vier wesentlichen Gruppen von Antibiotika resistent (4MRGN) sein. [mehr]


Studentische Hilfskräfte

In der Klinik für Dermatologie werden studentische Hilfskräfte gesucht [mehr]


Patientenleitlinie zum Melanom erschienen

 

Der umfangreiche Ratgeber gibt in allgemeinverständlicher Sprache alle Empfehlungen zu Untersuchungen und Behandlungen wieder, die zuvor für die ärztliche Leitlinie zum Melanom erarbeitet worden sind.

 

Die Druckfassung zum kostenlosen Download [hier]  

 

 

 

 

Die Seite wurde zuletzt am 12.07.2016 um 06:28 geändert.